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	<title>Phänomen Facebook</title>
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	<description>Das Blog zum Buch</description>
	<lastBuildDate>Tue, 08 May 2012 07:13:42 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Nach Phänomen Facebook kommt der Digital Sirocco</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/05/nach-phaenomen-facebook-kommt-der-digital-sirocco/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 07:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist einfach Zeit für etwas Neues. Nachdem ich im Oktober 2010 mein erstes Buch, Phänomen Facebook, veröffentlicht hatte, war ich auf den Geschmack gekommen. Es ist, als würde man sein eigenes kleines Start-up gründen: Einen Bedarf ausfindig machen, eine Lösung dafür skizzieren, Investoren suchen, ein Design wählen, launchen, selber Interviews geben, Kritik einstecken, usw. – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/05/nach-phaenomen-facebook-kommt-der-digital-sirocco/neues-projekt/" rel="attachment wp-att-1897" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1897" title="Jakob Steinschaden" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/05/Neues-Projekt.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p>Es ist einfach Zeit für etwas Neues. Nachdem ich im Oktober 2010 mein erstes Buch, <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/" target="_blank" class="liinternal">Phänomen Facebook</a>, veröffentlicht hatte, war ich auf den Geschmack gekommen. Es ist, als würde man sein eigenes kleines Start-up gründen: Einen Bedarf ausfindig machen, eine Lösung dafür skizzieren, Investoren suchen, ein Design wählen, launchen, selber Interviews geben, Kritik einstecken, usw. – Parallelen gibt es viele. Schnell war klar: Innerhalb der nächsten paar Jahre wollte ich ein neues Sachbuch hinterherschieben.</p>
<p>Im Laufe 2010/2011 neue Themen auf – Cablegate von WikiLeaks, die Revolutionen in Nordafrika, die Hacktivisten von Anonymous, die Occupy-Bewegung, die Piratenparteien. Das war frisch, da passierte etwas, Dinge, die alle irgendwie miteinander bzw. mit dem Netz zu tun hatten und nach tiefergehender Beschäftigung und Erklärung verlangten. Gleichzeitig fragte mein Verlag (Ueberreuter) immer wieder nach, ob ich nicht Lust auf ein zweites Buch hätte, und schließlich startete ich mein neues Projekt:</p>
<p><a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/" target="_blank" class="liexternal">Digital Sirocco</a>.</p>
<p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/05/nach-phaenomen-facebook-kommt-der-digital-sirocco/digital-sirocco-blog/" rel="attachment wp-att-1898" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1898" title="Digital Sirocco Blog" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/05/Digital-Sirocco-Blog.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p>Wie man an dem Screenshot unschwer erkennen kann: Bei Digital Sirocco ist Facebook immer noch ein zentrales Thema &#8211; denn das Online-Netzwerk steht im Zentrum der großen Diskussion rund um Öffentlichkeit, Privatsphäre und Datenschutz. Facebook-Revolutionen, Facebook-Kampagnen, Facebook-Hacks &#8211; es wird sich immer was rund um Zuckerbergs Internet-Firma tun, nur eben eingebettet in größere Zusammenhänge.</p>
<p><strong>Tumblr statt WordPress</strong><br />
<a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/" class="liexternal">Digital Sirocco</a> ist im Wesentlichen ein Tumblr-Blog, den ich an einem Wochenende ohne Programmierkenntnisse zusammenbaute (ein Freund am anderen Ende der Welt, in Neuseeland, half mir dabei – Details zur Integration von Social-Media-Tools <a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/post/18318231844/facebook-google-twitter-flickr-disqus-was-in" target="_blank" class="liexternal">finden sich hier</a>). Er wird mein Buchprojekt von A bis Z begleiten. Bei “Phänomen Facebook” hatte ich erst mit dem Marktstart des Buches einen begleitenden Blog gestartet – ich schrieb online quasi da weiter, wo ich mit Abgabe des Manuskriptes aufgehört hatte.</p>
<p>Diesmal schreibe ich den Blog bereits begleitend zum Buchprojekt. Den Anstoß dazu gab mir übrigens Robin Teigland, Associate Professor im Center for Strategy and Competitiveness an der Stockholm School of Economics, die ich im Rahmen der <a href="http://sime.nu/speakers/robin-teigland/?e=121" target="_blank" class="liexternal">SIME-Konferenz</a> Ende 2011 in Stockholm kennenlernte. Eine gute Idee: Interessierte (z.B. Familie, Freunde, Kollegen, Twitter-Follower, Facebook-Fans) können mitverfolgen, was ich in Sachen Recherche so treibe (z.B. auf Konferenzen fahren) und mit welchen Themen ich mich auseinandersetze, und ich sporne mich selbst an, jeden Tag etwas für das Buch zu tun (dessen Deadline immer näher rückt).</p>
<p><strong>Digital Sirocco im Social Web</strong><br />
Weil dieser Blog künftig nicht mehr so häufig upgedatet wird, sich bei <a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/" class="liexternal">Digital Sirocco</a> aber fast täglich etwas Neues tut, würde ich sagen: Komm` doch rüber! Wie für Phänomen Facebook habe ich für <a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/" class="liexternal">Digital Sirocco</a> verschiedene Social-Media-Seiten eingerichtet, die man plussen, liken und tumblern kann:</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/DigitalSirocco" class="liexternal">Digital Sirocco auf Facebook</a><br />
<a href="https://plus.google.com/b/112800483420140255063/"><br />
Digital Sirocco auf Google+</a></p>
<p><a href="http://digitalsirocco.tumblr.com/" class="liexternal">Digital Sirocco auf Tumblr</a></p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1896&amp;md5=5e7169f875d736846e6f506abc4d170c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Warum Facebook 1 Mrd. Dollar für Instagram zahlt</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/04/warum-facebook-1-mrd-dollar-fuer-instagram-zahlt/</link>
		<comments>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/04/warum-facebook-1-mrd-dollar-fuer-instagram-zahlt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 06:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
				<category><![CDATA[Übernahmen]]></category>
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		<description><![CDATA[Unverhofft kommt oft: Wie aus dem Nichts hat gestern Abend Facebook-Chef Mark Zuckerberg bekannt gegeben, die Foto-App Instagram für eine Milliarde US-Dollar (teils in Cash, teils mit Firmenanteilen) gekauft zu haben. Für viele ist das natürlich ein Wahnsinn: 1000 Millionen Dollar für eine Software, das gerade einmal 12,6 Megabyte groß ist, nur auf iPhone und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/04/warum-facebook-1-mrd-dollar-fuer-instagram-zahlt/instgram_jakob-steinschaden/" rel="attachment wp-att-1864" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1864" title="Instgram_Jakob Steinschaden" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/04/Instgram_Jakob-Steinschaden.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Unverhofft kommt oft: Wie aus dem Nichts hat gestern Abend Facebook-Chef Mark Zuckerberg <a href="https://www.facebook.com/zuck/posts/10100318398827991" class="liexternal">bekannt gegeben</a>, die Foto-App <a href="http://instagr.am/" class="liexternal">Instagram</a> für eine Milliarde US-Dollar (teils in Cash, teils mit Firmenanteilen) gekauft zu haben. Für viele ist das natürlich ein Wahnsinn: 1000 Millionen Dollar für eine Software, das gerade einmal 12,6 Megabyte groß ist, nur auf iPhone und Android läuft und noch dazu für jeden gratis ist?</p>
<p style="text-align: justify;">Aus der Sicht von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg macht die Übernahme schon mehr Sinn &#8211; denn wer, wenn nicht er, weiß um die Macht von Fotos im Internet Bescheid. Sein eigenes Online-Netzwerk hat mit &#8220;Facemash&#8221; begonnen &#8211; einer Webseite, auf der man Fotos von Studentinnen nach deren Sex-Appeal bewerten konnte. Am Campus in Harvard war das ein durchschlagender Erfolg.</p>
<p style="text-align: justify;">Heute ist Facebook die größte Fotosammlung der Welt und verschifft täglich 250 Millionen Stück davon durchs Internet (übrigens auf durchaus interessante Art und Weise, wie ich für die <a href="http://futurezone.at/b2b/7229-die-geheimnisvollen-wege-von-facebook-fotos.php" class="liexternal">futurezone recherchiert</a> habe &#8211; wusstest Du, dass deine Facebook-Fotos in Österreich gespeichert werden?). Doch Facebook hat eine Achillesferse, die Instagram-Gründer Kevin Systrom (heute übrigens um 400 Mio. Dollar reicher) getroffen hat: die mobile Welt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Achillesferse</strong><br />
&#8220;Nur&#8221; etwa die Hälfte der mehr als 800 Millionen Facebook Nutzer (425 Mio.) nutzen das Online-Netzwerk auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Facebook entstammt der Desktop-Welt, und das schadet seinen mobilen Apps. Diese sind mit Funktionen überfrachtet und schwerfällig, während auf genau ein Anwendungsszenario fokussierte Apps wie Instagram (Schnappschüsse teilen) flott vorankommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gelauncht im September 2010, hat es Instagram in etwa eineinhalb Jahren auf rund 50 Millionen Nutzer geschafft. Zuckerberg erreichte erst nach drei Jahren die 50-Millionen-Marke, und hatte nach eineinhalb Jahren maximal 10 Millionen Mitglieder bei Facebook versammelt. In einer Welt, in der laut Studien ab 2013 mehr Menschen via Handy online gehen werden als via Desktop, ist das außerordentliche Wachstum von Instagram natürlich eine Bedrohung für Facebook.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ausbaumöglichkeiten</strong><br />
Was Zuckerberg wohl weiter zu Denken aufgab: &#8220;Ich sehe Instagram mehr als ein Social Network denn als Photo-Sharing-App&#8221;, sagte Kevin Systrom im Rahmen der Konferenz SXSW in Austin im März. Zuckerberg gesteht: &#8220;Jetzt können wir mit Instagram eng zusammenarbeiten, um ebenfalls die besten Erfahrungen beim Teilen von wunderschönen Handy-Fotos mit Menschen mit den gleichen Interessen anzubieten.&#8221; Instagram soll dabei eigenständig bleiben, weiter ohne Facebook-Zwang nutzbar sein und seine Anbindung an den Facebook-Rivalen Twitter nicht verlieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Know-how von Systroms kleinen Team wird aber fortan in das Online-Netzwerk fließen. Und dabei sollte man nicht nur an Funktionen denken, die Instagram bereits hat (v.a. die Fotofilter und das Design), sondern an das, was die App noch nicht kann. Wenn man Instagram als mobiles Online-Netzwerk rund um visuelle Aufnahmen sieht, sind die Ausbaumöglichkeiten vielfältig: Die Ortung anderer Nutzer und ihrer Fotos via GPS, das Verteilen von Schnappschüssen mittels NFC-Nahfunk, 360-Grad-Aufnahmen à la &#8220;<a href="http://photosynth.net/" class="liexternal">Photosynth</a>&#8220;, Videos, Check-ins &#8211; einfach alles, womit sich Nutzeraktivität erhöhen lässt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Signalwirkung</strong><br />
Für junge Start-ups (etwa Pinterest, aber auch in Österreich) ist die Instagram-Story wichtig. Sie zeigt, dass Facebook nicht das Ende des Social Web und seiner Expansionsphase ist, sondern erst der Anfang. Kombiniert mit anderen Plattformen wie iOS, Android oder Twitter lassen sich, schlau eingesetzt, neue Dienste blitzartig aufbauen, die bisher Dagewesenes in den Schatten stellen. Es sind keine hohlen Phrasen, wenn Branchenkenner wie Ex-Google-CEO Eric Schmidt zu &#8220;mobile first&#8221; rät.</p>
<p style="text-align: justify;">Offen ist bei all dem noch, wie Dienste wie Instagram, Facebook oder Twitter mobil Umsatz generieren sollen. Handy-Werbung steckt erst in den Kinderschuhen und wird vom Konsumenten höchst skeptisch wahrgenommen &#8211; immerhin findet sie auf dem persönlichsten aller Geräte statt. Ob ein Kaufpreis von einer Milliarde Dollar nun gerechtfertigt ist, sei dahingestellt &#8211; Mark Zuckerberg glaubt jedenfalls daran. Insofern sollte man den Deal (wie viele andere übrigens) nicht am Status Quo bewerten, sondern als Facebooks Investment in die eigene Zukunft sehen.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1861&amp;md5=c988b9bad1a7bc43597afa8ccac0eead" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Jeder sieht die Facebook- Welt, wie sie ihm gefällt</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/03/jeder-sieht-die-facebook-welt-wie-sie-ihm-gefaellt/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 10:31:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/03/jeder-sieht-die-facebook-welt-wie-sie-ihm-gefaellt/brille_facebook_jakob-steinschaden/" rel="attachment wp-att-1839" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1839" title="Brille_Facebook_Jakob Steinschaden" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/03/Brille_Facebook_Jakob-Steinschaden.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Kürzlich hat ein <a href="http://futurezone.at/digitallife/8019-mehr-vernetzung-fuehrt-zu-mehr-einsamkeit.php" class="liexternal">Artikel</a> über das neue Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.com/Alone-Together-Expect-Technology-Other/dp/0465010210" class="liexternal">Alone Together &#8211; Why We Expect More from Technology and Less from Each Other</a>&#8221; (&#8220;<a href="http://www.amazon.de/Verloren-unter-100-Freunden-verk%C3%BCmmern/dp/3570501388/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1332064035&amp;sr=8-2" class="liexternal">Verloren unter 100 Freunden</a>&#8220;) die Gemüter erregt. In dem Werk von Sherry Turkle geht es darum, dass die wachsende Vernetzung der Gesellschaft (z.B. auch via Facebook&#8221;) zu mehr Einsamkeit führt. Das bringt sofort zwei Seiten auf den Plan: Die einen, die sagen, dass das stimmt und sie es schon immer gewusst hätten, und die anderen, die meinen, dass das nicht stimmt, weil z.B. Facebook dafür gesorgt hätte, dass sie sich mit mehr Menschen treffen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Problem Personalisierung</strong><br />
Jetzt kann man entweder mitstreiten und Studien zusammensuchen, die Turkles Behauptung be- bzw. widerlegen &#8211; oder sich einmal grundsätzliche Gedanken machen. Denn das wirklich Interessante am &#8220;Phänomen Facebook&#8221; ist die hochgradige Personalisierung, die dort stattfindet. Der Newsfeed jedes Nutzers ist anders und wird durch das bestimmt, was seine Freunde posten und seinen eigenen Interessen entspricht (z.B. Facebook-Fanseiten, Werbung). Jeder sieht bei Facebook also vorrangig das, was den eigenen Überzeugungen, Einstellungen, Meinungen, etc. entspricht. Anstatt in die weite Welt hinauszusurfen, schwimmt man in der eigenen Suppe im Kreis. Das passiert übrigens auch bei Google, wo die Suchergebnisse immer stärker personalisiert werden &#8211; etwa mit der absurden Folge, dass ich zu einem Suchwort zuerst Links zu Artikeln bekomme, die ich selber auf Google+ gepostet habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe dieses grundlegende Phänomen in meinem Buch im Kapitel &#8220;Mit Scheuklappen durchs Web&#8221; beschrieben, der US-Aktivist Eli Pariser hat dem Sachverhalt ein ganzes Buch, &#8220;<a href="http://www.thefilterbubble.com/" class="liexternal">The Filter Bubble</a>&#8220;, gewidmet. Wie man seine Umwelt durch Facebook wahrnimmt, beschreibt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg  so:<br />
<em></em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;A squirrel dying in front of your house may be more relevant to your interests right now than people dying in Africa.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer suchet, der findet (sich selbst)<br />
</strong>Auch Sherry Turkle dürfte aus diesem Teufelskreis nicht ausbrechen können. Als Soziologin hat sie eben vorrangig mit Problemfällen zu tun, die sie etwa in <a href="http://futurezone.at/digitallife/8019-mehr-vernetzung-fuehrt-zu-mehr-einsamkeit.php" class="liexternal">diesem Interview</a> schildert, und das prägt ihre Wahrnehmung. Auch viele andere sind von diesem Phänomen nicht ausgeschlossen: Wer gerne Katzenfotos mag, bekommt diese von seinen Bekannten geliefert, die ebenfalls Katzen mögen, und schon glauben sie, dass das ganze Internet voller Katzenfotos ist. Wer sich politisch engagiert, wird sicher eine Facebook-Gruppe dazu finden, und schon glaubt er, ganz Facebook für seine Sache gewinnen zu können. Und ein Gamer wird bei Facebook auf Hunderte interessante Spiele stoßen, ganz seinem Interesse entsprechend, aber die Katzenfotos und Einladungen zu Demos werden eher an ihm vorübergehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist natürlich kein neues Phänomen &#8211; Menschen wenden sich seit Jahrtausenden jenen Inhalten zu, die sie interessieren und den eigenen Überzeugungen entsprechen. In der Forschung spricht man vom Hallraum, im Alltag vom Tellerrand und Sturm im Wasserglas. Personalisierte Online-Inhalte (gut fürs Geschäft) werden dieses Phänomen in Zukunft aber weiter verstärken. Facebook selbst wollte die Entwicklung mit einer <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-01/facebook-studie-filter-bubble/komplettansicht" class="liexternal">eigenen Studie</a> widerlegen und schaffte es nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Derweil schreitet die technische Personalisierung unserer Umwelt weiter voran. Die Internet-Brille, die uns per Augmented Reality passende Inhalte (z.B. die Position unserer Facebook-Freunde) auf die Innenseite der Gläser projiziert, ist bereits technisch machbar und in wenigen Jahren Realität &#8211; nichts anderes als Scheuklappen auf hohem technischen Niveau.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>P.S.: Dieser Blog-Eintrag ist mit höchster Wahrscheinlichkeit ebenfalls ein Resultat der Filter-Blase, in der der Autor sitzt.</em></p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1838&amp;md5=d63cf18abe19134324a515c3e5f0307e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook-Aussteiger: Sie bereuen so gut wie nichts</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 15:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man über Facebook liest/spricht/hört, kommt schnell der Verdacht auf: &#8220;Heutzutage ist ja schon jeder auf Facebook.&#8221; Wer kurz einen Schritt zurück tritt und sich die offiziellen Zahlen ansieht, der kommt zu dem Resultat: Mit 845 Mio. monatlichen Nutzern sind etwa 12 Prozent der Weltbevölkerung in dem Online-Netzwerk registriert, in Österreich etwa 33 Prozent der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/03/facebook-aussteiger-sie-bereuen-so-gut-wie-nichts/facebook_aussteiger/" rel="attachment wp-att-1809" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1809" title="Facebook_Aussteiger_Facebook_Montage Steinschaden" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/03/Facebook_Aussteiger.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn man über Facebook liest/spricht/hört, kommt schnell der Verdacht auf: &#8220;Heutzutage ist ja schon jeder auf Facebook.&#8221; Wer kurz einen Schritt zurück tritt und sich die offiziellen Zahlen ansieht, der kommt zu dem Resultat: Mit 845 Mio. monatlichen Nutzern sind etwa 12 Prozent der Weltbevölkerung in dem Online-Netzwerk registriert, in Österreich etwa 33 Prozent der Bevölkerung Mitglied. Eine Mehrheit sieht anders aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie ich bereits <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/845-mio-wie-facebook-bei-nutzerzahlen-trickst/" class="liinternal">in meinem letzten Blogpost</a> beschrieben habe, sollte man nicht dem Irrglauben aufsitzen, dass 845 Millionen Facebook-Mitglieder im Minutentakt ihr komplettes Privatleben nach außen kehren. Denn Facebooks Definition eines tagesaktiven Nutzers (da sind wir übrigens bei &#8220;nur&#8221; mehr 483 Mio.) sagt, dass der Nutzer irgendwie mit der Facebook-Platform in Kontakt gekommen sein muss. Dazu reicht auch der einmalige Klick auf den Like-Button auf irgendeiner Webseite da draußen oder das einmalige Abspielen eines Spotify-Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn von Wachstumskurven die Rede ist, wird oft übersehen, dass es auch Nutzer gibt, die wieder bei Facebook aussteigen. Solche Wellen hat es immer wieder gegeben, wenn sie auch verhältnismäßig klein sind. In meinem Bekanntenkreis ist mir zuletzt eine Häufung solcher Austritte aufgefallen &#8211; das ist noch lange kein Trend und kann purer Zufall sein. Dennoch hat es mich interessiert, warum Guido T., Fabian S. und Jürgen Z. ihren Konten gelöscht haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Beweggründe<br />
</strong>&#8220;Das Durcheinanderbrüllen von über 1000 freunden wurde mir unerträglich, zudem waren da etliche Idioten darunter, denen es Spaß machte, mich anzupöbeln. Andere wiederum drängten mir ungefragt details aus ihrem Privatleben auf&#8221;, erzählte mir Guido. Der zweite Bekannte, der Facebook den Laufpass gab, hatte einen anderen Grund: &#8220;Ich bin bei Facebook ausgestiegen, weil ich zu viel Zeit damit vergeudet habe. Es war ein wenig wie eine Sucht: ich habe x-mal am Tag auf Facebook geschaut, obwohl es mich eigentlich nicht interessiert hat, zu erfahren, wer gerade wo in der Schlange steht oder wem welches neue Musikvideo gefällt. Ich habe das Ganze vor allem als Zeitverschwendung erlebt und konnte nicht recht damit umgehen&#8221;, so Fabian. Auch die Firmenpolitik von Facebook kann ein Ausstiegsgrund sein &#8211; etwa für Jürgen: &#8220;Ich hab mit 500 Kontakten den Überblick verloren und ärgerte mich immer öfter über die Lockerungen der Privatsphäre-Bestimmungen zum Vorteil von Facebook.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Vorteile</strong><br />
Verbesserungen bemerkten meine drei Ex-Facebook-Freunde vor allem in zwei Punkten: Zeitgewinn und Entspannung. &#8220;Verbessert hat sich mein Leben schon ein wenig: Ich habe definitiv mehr Zeit, und ich bin eindeutig weniger genervt. Aber der Unterschied zu vorher hält sich in Grenzen. Ich habe ja trotz allem maximal 20  Minuten am Tag auf Facebook verbracht&#8221;, so Fabian. Mehr freie Minuten hat auch Jürgen gewonnen: &#8220;Ich finde wieder mehr Zeit für Outdoor-Aktivitäten wie Laufen und Radfahren und nehme mir Zeit, mich mit meinen engsten Freunden einfach persönlich zu treffen.&#8221; Und Guido brachte es ganz einfach auf den Punkt: &#8220;Ich muss mich weniger ärgern. Sonst gar nichts, ich habe nie sehr viel gefacebookt.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Nachteile<br />
</strong>Angesprochen auf die aus dem Ausstieg entstandenen Verschlechterungen, bereuten meine drei Ex-Facebook-Kontakte im Prinzip sehr wenig. Am wenigsten Guido: &#8220;Nicht das Geringste. Von den 1000 Freunden, die ich stillgelegt habe, kannte ich ca. 950 überhaupt nicht. Mit den anderen 50 hab ich sowieso realen Kontakt.&#8221; Fabian konnte allerdings doch einen Nachteil feststellen: &#8220;Ich werde weniger zu Veranstaltungen oder Parties eingeladen, habe aber im Grunde nicht weniger Kontakt zu meinen Freunden. Ich muss mich aber mehr selbst darum kümmern und aktiver sein.&#8221; Auch Jürgen konnte leichte Defizite beobachten: &#8220;Nur ganz selten werde ich gefragt, ob ich auch bei Facebook bin, allerdings tausche ich stattdessen einfach wieder die eMail-Adressen aus. Zu Partys werde ich über meine eMail-Adresse oder per SMS eingeladen. Ich hab das Glück, dass alte Schulfreunde zu meinem engsten Freundeskreis zählen. Somit hat sich für mich durch den Ausstieg bei Facebook kaum etwas verschlechtert.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und wie steigt man aus?</strong><br />
Wer jetzt auf die Idee kommt, sein Facebook-Konto ebenfalls löschen zu wollen, der folgt dieser <a href="http://futurezone.at/digitallife/89-facebook-wie-man-das-eigene-konto-loescht.php" class="liexternal">Anleitung</a>, die ich für Futurezone.at geschrieben habe. Berücksichtigen sollte man aber vorher, dass man dann möglicherweise keinen Zugang zu Web-Diensten mehr hat, bei denen man sich mit seiner Facebook-ID angemeldet hat &#8211; allen voran der Musik-Service Spotify (<a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/11/spotify-der-neue-soundtrack-zum-facebook-strip/" class="liinternal">mein Blog-Artikel dazu</a>), der nur mit einem Facebook Account verwendet werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>P.S.: Die Interviews mit den drei Aussteigern wurden via SMS, eMail und Telefonat eingefädelt bzw. durchgeführt.</em></p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1808&amp;md5=d0bd4d60233799fd4443f2f420c34548" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>845 Mio.? Wie Facebook bei Nutzerzahlen trickst</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/845-mio-wie-facebook-bei-nutzerzahlen-trickst/</link>
		<comments>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/845-mio-wie-facebook-bei-nutzerzahlen-trickst/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 08:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man über Facebook schreibt, hat man es neben den Wörtern &#8220;Privatsphäre&#8221; und &#8220;Datenschutz&#8221; meistens mit Millionen und Milliarden zu tun. Wie Kennzahlen zu Nutzern und Firmenwert zustandekommen, habe ich schon einmal in einem Blog-Eintrag erläutert. In dem Börsenprospekt (ein Blogbeitrag dazu hier), den Facebook bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, kommen auch viele Zahlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/845-mio-wie-facebook-bei-nutzerzahlen-trickst/fragezeichen_facebook/" rel="attachment wp-att-1746" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1746" title="Fragezeichen_Facebook" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/02/Fragezeichen_Facebook.jpg" alt="" width="488" height="266" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn man über Facebook schreibt, hat man es neben den Wörtern &#8220;Privatsphäre&#8221; und &#8220;Datenschutz&#8221; meistens mit Millionen und Milliarden zu tun. Wie Kennzahlen zu Nutzern und Firmenwert zustandekommen, habe ich schon einmal in einem <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/07/das-grosse-geschaeft-mit-noch-groesseren-facebook-zahlen/" class="liinternal">Blog-Eintrag</a> erläutert. In dem Börsenprospekt (ein <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/facebook-fun-facts-aus-dem-boersenprospekt/" class="liinternal">Blogbeitrag dazu hier</a>), den Facebook bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, kommen auch viele Zahlen vor &#8211; unter anderem jene, dass sich Facebook derzeit 845 Mio. aktiven monatlichen Nutzern rühmt, 483 Millionen davon sollen täglich mit Facebook in Berührung kommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was heißt hier aktiv?</strong><br />
Dass etwa die Hälfte aller Facebook-Nutzer möglicherweise nur ein einziges Mal pro Monat mit Facebook in Kontakt kommen, macht stutzig. Noch stutziger macht es, wenn man Facebooks Definition eines aktiven Users liest. Auf <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204740904577197473960814072.html" class="liexternal">Seite 44 im Börsenprospekt</a> heißt es:</p>
<blockquote><p><em><span style="font-size: small;">We define a monthly active user as a registered Facebook user who logged in and visited Facebook through our website or a mobile device, or took an action to share content or activity with his or her Facebook friends or connections via a third-party website that is integrated with Facebook, in the last 30 days as of the date of measurement. MAUs are a measure of the size of our global active user community, which has grown substantially in the past several years. </span></em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Im Klartext bedeutet das: Ein Nutzer wird als monatlich aktiv gezählt, wenn er</p>
<p style="text-align: justify;">- <strong>einmal einen Like-Button anklickt</strong>, der auf einer externen Webseite wie futurezone.at integriert ist<br />
- einen <strong>Tweet</strong> automatisiert an sein Facebook-Profil weiterleitet<br />
- aus irgendeiner <strong>App mit Facebook-Anbindung</strong> wie Instagram Content an Facebook weiterleitet<br />
- sich mit seinem <strong>Facebook-Logindaten</strong> auf einer anderen Seite wie z.B. Pinterest anmeldet<br />
- eine <strong>Open-Graph-App wie Spotify nutzt</strong> und damit z.B. einen Song teilt<br />
- u.ä.</p>
<p style="text-align: justify;">Es kann also sehr leicht sein, dass ein &#8220;aktiver&#8221; Nutzer Facebook.com gar nicht besucht hat und dort weder ein Foto hochgeladen noch eine Statusmeldung geschrieben hat &#8211; also nichts von dem gemacht hat, was man sich eigentlich so unter einem aktiven Mitglied vorstellt. Wie die <a href="http://dealbook.nytimes.com/2012/02/06/those-millions-on-facebook-some-may-not-actually-visit/" class="liexternal">New York Times herausgearbeitet</a> hat, stellt das das Geschäftsmodell von Facebook in Frage, weil all diese aktiven Nutzer möglicherweise nie eine einzige Facebook-Anzeige zu Gesicht bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und was ist mit Google+ und Twitter?</strong><br />
Kommunizierte Nutzerzahlen sind auch bei Google+ (offiziell 90 Mio. Nutzer) und Twitter (offiziell 100 Mio. aktive Nutzer) ein Problem. Ex-Wired-Schreiber und Buchautor Kevin Kelly etwa hat <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2012/02/the_ciphers_of.php" class="liexternal">in einer Analyse</a> aufgezeigt, dass 36 Prozent all jener 560.000 Google+-Profile, die ihn gecircelt haben, so genannte &#8220;Geister&#8221; sind &#8211; also niemals etwas gepostet und nicht einmal ihr Profil ausgefüllt haben. Nur 30 Prozent hätten zumindest einmal etwas veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei Twitter sieht es nicht viel anders aus: Die beiden Journalisten John Herrman und Douglas Main des Online-Magazins <a href="http://www.popularmechanics.com/" class="liexternal">Popular Mechanics</a> haben ihre eigenen Twitter-Follower <a href="http://www.popularmechanics.com/technology/how-much-of-twitter-is-spam?click=main_sr" class="liexternal">untersucht</a> und folgendes herausgefunden: Nur 25 bzw. 60 Prozent ihrer Follower sind echte Menschen, bei 50 bzw. 20 Prozent handelt es sich um Fake-Profile oder Spam-Bots. Sie stellten außerdem fest, dass aktive Twitter-Nutzer mit großen Follower-Zahlen viel mehr Fake-Follower haben als andere Nutzer.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was bedeutet das für Journalisten und Social-Media-Agenturen?<br />
</strong>Natürlich ist man als Journalist, Blogger, etc. stark dazu verleitet, die offiziellen Zahlen der Social-Media-Dienste zu übernehmen, immerhin geben solche Millionenzahlen jeder Story viel Gewicht. Vielleicht sollte man aber von der Annahme abkommen, dass Facebook, Twitter und Google+ alles und jeden vollständig erfassen und entblößen. Und auch Social-Media-Agenturen sollten &#8211; sofern sie das nicht schon tun &#8211; ihre Kunden ehrlicherweise darauf hinweisen, was Nutzeraktivität im Facebook-Kontext tatsächlich bedeutet.<strong style="text-align: justify;"><br />
</strong></p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1745&amp;md5=a318f811944b61590782bd5e2cd940b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pinterest: Facebook-Freund und Feind zugleich</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 16:07:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abgesehen von der Foto-App Instagram und dem Musik-Dienst Spotify (mein Blogeintrag dazu hier) hat mich im vergangenen halben Jahr kein anderes Internet-Start-up so sehr in den Bann gezogen wie Pinterest. Pinterest (ein Kunstwort aus &#8220;Interest&#8221; und &#8220;Pin&#8221;) ist eine Art Facebook für Fotos: In so genannten Boards sammeln (&#8220;pinnen&#8221;) die Nutzer Bilder zu bestimmten Themen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/pinterest-facebook-freund-und-feind-zugleich/pinterest_gregor-gruber/" rel="attachment wp-att-1753" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1753" title="Pinterest_Gregor Gruber" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/02/Pinterest_Gregor-Gruber.jpg" alt="" width="488" height="266" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Abgesehen von der Foto-App <a href="http://instagr.am/" target="_blank" class="liexternal">Instagram</a> und dem Musik-Dienst<a href="http://www.spotify.com" target="_blank" class="liexternal"> Spotify</a> (mein <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/11/spotify-der-neue-soundtrack-zum-facebook-strip/" class="liinternal">Blogeintrag dazu hier</a>) hat mich im vergangenen halben Jahr kein anderes Internet-Start-up so sehr in den Bann gezogen wie <a href="http://pinterest.com/" target="_blank" class="liexternal">Pinterest</a>. Pinterest (ein Kunstwort aus &#8220;Interest&#8221; und &#8220;Pin&#8221;) ist eine Art Facebook für Fotos: In so genannten Boards sammeln (&#8220;pinnen&#8221;) die Nutzer Bilder zu bestimmten Themen &#8211; vom Werbesujet bis zum Plattencover. Ich habe zum Beispiel Boards wie &#8220;<a href="http://pinterest.com/jakkse/must-see-movies/" class="liexternal">Must-see movies</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://pinterest.com/jakkse/the-best-records-in-the-world/" class="liexternal">The best records on the world</a>&#8221; oder &#8220;<a href="http://pinterest.com/jakkse/cool-people-i-met/" class="liexternal">Cool people I met</a>&#8221; angelegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Weil Pinterest das derzeit heißeste Ding im Social Web ist &#8211; und auch mir ausgesprochen gut gefällt -, beantworte ich im Folgenden die wichtigsten Fragen rund um den Dienst:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was ist so toll an Pinterest?</strong><br />
Zum einen einmal das Design &#8211; die Webseite ist schlicht, übersichtlich und trotzdem schick. Egal, welches Bild man pinnt, es wird ziemlich hübsch dargestellt. Auch die iPhone-App ist gut umgesetzt und eine der besten, die ich in der letzten Zeit in die Finger bekommen habe &#8211; sowohl funktional als auch optisch. Außerdem ist Pinterest hochgradig interaktiv &#8211; Fotos lassen sich sehr einfach liken, eigenen Boards hinzufügen (&#8220;repin&#8221;) und kommentieren. Bei kaum einer anderen Webseite habe ich nach dem ersten Login eine derart hohe Interaktion erlebt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie bringt Pinterest seine Nutzer zum Mitmachen?</strong><br />
Bei der Nutzung der Boards greift der Sammeltrieb, der seit Jahrtausenden in uns Menschen steckt. Bis man nicht alle seine liebsten Filme in einem Board gesammelt hat, ist der Pin-Hunger nicht gestillt. Außerdem versteht es Pinterest perfekt, das Ego der Nutzer zu füttern: Sowohl auf der Webseite selbst als auch per eMail-Notification wird man &#8211; sofern man die Standardeinstellungen so belässt, wie sie sind &#8211; permanent über Repins, Kommentare, Likes und neue Follower informiert &#8211; ein Fest für Narzissten. Denn wer freut sich nicht, wenn die eigenen Pins, die ja im Kern Empfehlungen für andere sind (Musik, Film, Restaurant, Kleidung, etc.), mit der Aufmerksamkeit der anderen bedacht werden?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/pinterest-facebook-freund-und-feind-zugleich/pinterest_1_screenshot/" rel="attachment wp-att-1768" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1768" title="Pinterest_1_Screenshot" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/02/Pinterest_1_Screenshot.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer nutzt Pinterest?</strong><br />
Ganz offensichtlich viele Frauen &#8211; davon zeugen zumindest die unzähligen Fotos von Modestücken, Accessoires, Deko, Speisen, Katzen usw. Ohne sexistisch sein zu wollen: Bei Pinterest komme ich mir vor wie in einem neuartigen Frauenmagazin. &#8220;Pinterest = 4chan für Mamis&#8221; hat ein <a href="http://futurezone.at/digitallife/7385-pinterest-ein-bilderbuch-als-social-network.php" class="liexternal">futurezone-Leser</a> die Webseite sehr treffend beschrieben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wo kommen die vielen Fotos her?</strong><br />
Das Gros der gepinnten Bilder stammt nicht aus den Foto-Beständen der Mitglieder, sondern von anderen Webseiten &#8211; Buchcover von Amazon, Filmplakate von IMDb, Mode-Shots aus Online-Prospekten, Speise-Fotos von Restaurant-Webseiten, Urlaubsfotos von Flickr uswusf. Damit Pinterest möglichst viele Bilder in sich aufsaugen kann, bietet der Web-Dienst einen <a href="http://pinterest.com/about/goodies/" class="liexternal">Pin it-Button</a> für den Browser als auch einen <a href="http://pinterest.com/about/goodies/" class="liexternal">Pin-Button für Webseiten</a> (z.B. <a href="http://www.etsy.com" class="liexternal">bei Etsy</a> integriert), die ihn analog zum Like-Button von Facebook einbinden können. Pinterest hat wegen der Fotoflut wohlweislich einen <a href="http://pinterest.com/about/copyright/" class="liexternal">eigenen Copyright-Agent</a> engagiert, dem man sein Leid klagen kann, sollte einmal ein Foto ungefragt gepinnt (= auf Pinterest kopiert) worden sein, dessen Urheber man ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was macht Pinterest zum Facebook-Freund?</strong><br />
Pinterest setzt als eine von derzeit rund 60 Apps auf den Open Graph von Facebook. Sprich: Wer die Funktion aufdreht (&#8220;Add Pinterest to Facebook Timeline&#8221;), der veröffentlicht fortan automatisch sämtliche seiner Pin-Aktivitäten in seiner eigenen Facebook-Chronik. Das bringt am Tag bis zu 60 Prozent neue Facebook-Nutzer zu Pinterest, ist also ein enormer Traffic-Treiber. Zusätzlich kann man sich auch mit seinem Facebook-Logindaten bei Pinterest einloggen und dort nach Facebook-Freunden suchen lassen, die Pinterest bereits nutzen (und alle anderen dazu einladen).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Könnte Pinterest Facebook gefährlich werden?</strong><br />
Theoretisch ja. Facebook setzt bei seinem Werbeschaltungen stark auf die Interessen der Nutzer, die sie aktiv als Eintrag oder passiv als Like angeben. Pinterest häuft ebenfalls tiefe Daten zu den Interessen seiner Nutzer an und könnte damit ebenfalls sehr gezielt Werbung schalten. Das Verhältnis zu Facebook ist schon jetzt angespannt, denn Nutzer können Facebook-Fotos nicht pinnen &#8211; und Facebook ist mit täglich 250 Millionen hochgeladenen Fotos mit ganz großem Abstand das größte Foto-Archiv der Welt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/pinterest-facebook-freund-und-feind-zugleich/pinterest_2_screenshot/" rel="attachment wp-att-1769" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1769" title="Pinterest_2_Screenshot" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/02/Pinterest_2_Screenshot.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie macht Pinterest Geld?</strong><br />
Die Webseite setzt auf Affiliate Marketing. Bei Pinterest werden z.B. Produkte von Amazon geteilt. Wenn ein Nutzer via Pinterest auf eine Ware stößt, sich weiter zu Amazon klickt und diese dort kauft, bekommt Pinterest eine Provision.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer steckt hinter Pinterest?</strong><br />
Umgesetzt wird die Webseite von der in Palo Alto, Kalifornien, ansässigen Firma <a href="http://www.coldbrewlabs.com/" class="liexternal">Cold Brew Labs</a>, die ursprünglich 2008 als Mobile-Shopping-Dienst gestartet ist. Finanzielle Unterstützung hat die kleine Firma bis dato u.a. von <a href="http://futurezone.at/digitallife/4845-yelp-deals-sind-definitiv-nicht-tot.php" class="liexternal">Jeremy Stoppelman</a> (Yelp-CEO), <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Birch_%28businessman%29" rel="nofollow" class="liwikipedia">Michael Birch</a> (Bebo-Gründer), Ron Conway (Investor bei Google, PayPal, Square, Foursquare, Twitter), und Jack Abraham (Milo-Gründer) erhalten. Die deutschen Samwer-Brüder (bekannt für solche Aktionen) haben ebenfalls Blut geleckt und mit <a href="http://www.pinspire.com/" class="liexternal">Pinspire</a> einen ziemlich frechen Pinterest-Klon gestartet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie kommt man zu einem Pinterest-Account?</strong><br />
Pinterest befindet sich derzeit noch in der geschlossenen Beta-Phase, eine Anmeldung ist derzeit ohne Einladung nicht möglich. Wer sich für einen Account interessiert, kann <a href="http://pinterest.com/landing/" class="liexternal">hier</a> einen Invite offiziell beantragen oder mir eine eMail an jakob.steinschaden [at] gmx.at schicken &#8211; ich kann dann einen Invite versenden.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1752&amp;md5=6206a7a89795ac8e1fb870903a69d818" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook: Fun Facts aus dem Börsenprospekt</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/facebook-fun-facts-aus-dem-boersenprospekt/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:51:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Facebook hat in der Nacht auf Donnerstag seinen Börsengang mit einem so genannten &#8220;S-1 Filing&#8221; bei der US-Börsenaufsicht SEC eingeleitet. Dieser Prospekt, den man etwa beim Wall Street Journal online durchblättern kann, liefert einen Haufen Zahlen und Fakten rund um die Firma von Gründer Mark Zuckerberg, die sich Wirtschaftsexperten in den kommenden Wochen und Monaten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/02/facebook-fun-facts-aus-dem-boersenprospekt/facebook_s1_filing_facebook/" rel="attachment wp-att-1729" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1729" title="Facebook_S1_Filing_Facebook" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/02/Facebook_S1_Filing_Facebook.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Facebook hat in der Nacht auf Donnerstag seinen Börsengang mit einem so genannten &#8220;S-1 Filing&#8221; bei der US-Börsenaufsicht SEC eingeleitet. Dieser Prospekt, den man etwa <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204740904577197473960814072.html" class="liexternal">beim Wall Street Journal online durchblättern kann</a>, liefert einen Haufen Zahlen und Fakten rund um die Firma von Gründer Mark Zuckerberg, die sich Wirtschaftsexperten in den kommenden Wochen und Monaten zu Gemüte führen werden. Das sind die Highlights aus dem Papier:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>845 Mio. monatliche Nutzer</strong>: In so viele Accounts loggen sich die Nutzer pro Monat insgesamt ein. Bei der täglichen Nutzung sieht es schon ein wenig anders aus &#8211; da sind es&#8221;nur&#8221; mehr 483 Millionen Aktive.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2,7 Mrd. Nutzeraktionen:</strong> Täglich tätigen die Nutzer insgesamt 2,7 Mrd. Mal den Like-Button bzw. schreiben einen Kommentar. Das sind pro NutzerTag 5,6 Aktionen, die in irgendeiner Form einen Inhalt auf Facebook kommentieren/bewerten/etc. DAS ist Social Media.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mehr als 100 Mrd. Facebook-Freundschaften</strong> soll es mit Ende 2011 gegeben haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>85 Prozent der Einnahmen aus Werbung</strong>: Der Anteil der Einnahmen aus den Facebook Ads ist aber im Vergleich zu den Vorjahren am Sinken, Facebook Credits werden wichtiger. Das macht Facebook aber auch abhängiger von Facebook-App-Entwicklern und zeigt, dass der wachsende mobile Werbemarkt noch nicht optimal bedient wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>12 Prozent der Einnahmen von Zynga:</strong> Facebook ist beim Umsatz noch zu großen Teilen vom Facebook-Spiele-Anbieter Zynga abhängig, der dem Online-Netzwerk 12 Prozent seiner Revenues verschafft.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Googles Umsatz zehn Mal so groß:</strong> Facebook wird immer häufiger als größter Konkurrent von Google angesehen. Beim Vergleich der Umsätze 2011 (Facebook: 3,711 Mrd. Dollar, Google:  37,9 Mrd. Dollar) ist die Suchmaschine aber noch schwer überlegen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mark Zuckerbergs Anteile</strong> liegen bei 28,2 Prozent. Außerdem hat er im Vorstand weiterhin das Sagen, weil er indirekt mehr als 50 Prozent der Firmenanteile kontrolliert. Ohne ihn geht nichts.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>693.000 Dollar Flugkosten</strong> verflog der Facebook-Chef 2011 &#8211; sicher auch das eine oder andere Business-Class-Ticket.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3200 Vollzeit-Mitarbeiter</strong> waren mit Ende 2011 für Facebook tätig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Marketing-Ausgaben</strong> lagen 2011 bei bei 427 Mio. Dollar, was gegenüber 2010 einem Anstieg von 132 Prozent entspricht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Für Forschung und Entwicklung</strong> gab Facebook 2011 388 Mio. Dollar aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Hacker-Weg:</strong> Facebook gibt an, nach der Philosophie von Hackern zu arbeiten. Produkte werden so schnell wie möglich auf den Markt geworfen und gelten nie als fertig, sondern bedürfen immer neuen Überarbeitungen und Ausbesserungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mark Zuckerbergs Gehalt: </strong>Der Facebook-Gründer zahlt sich derzeit selbst 500.000 Dollar pro Jahr. Ab Jänner 2013 macht er es Steve Jobs gleich und bezieht nur mehr 1 Dollar Gehalt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>250 Millionen Fotos pro Tag:</strong> Diese Datenmenge trägt erheblich dazu bei, dass Facebook insgesamt 100 Petabytes (= 100.000 Terabytes) an Daten auf seinen Servern und den Servern von Partnern hortet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>89 Patente:</strong> Insgesamt hält Facebook derzeit 89 Patente im Bereich von Social Networking und hat etwa 650 weitere beantragt. Drohen bald Patentkriege mit anderen Online-Netzwerken, wie sie sich derzeit die Smartphone- und Tablet-Hersteller liefern?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Schwarze Zahlen:</strong> Facebook ist kein Milliardengrab, sondern hat insgesamt 1,5 Mrd. Dollar in der Kriegskassa. Insgesamt steht ein Vermögen von 6,6 Mrd. Dollar Schulden von 1,4 Mrd. Dollar gegenüber.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gefahren</strong> lauern für Facebook an mehreren Ecken. Wie <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebooks_biggest_risks_explained.php" class="liexternal">ReadWriteWeb analysiert</a>, liefern folgende Punkte Grund zur Sorge: Facebook weiß nicht, wie es auf Handys Werbung schalten kann, sieht zunehmende Konkurrenz durch Google+, fürchtet drohende Datenlecks und Datenschutzprobleme v.a. in Europa und kämpft mit verflachendem Nutzerwachstum.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1728&amp;md5=e20e76c72ebe12abcf02a97bccb08a7f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook: Datamining ohne Zustimmung der Nutzer</title>
		<link>http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/facebook-datamining-ohne-zustimmung-der-nutzer/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 14:11:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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		<description><![CDATA[ Fast wäre die Meldung an mir vorbeigegangen. Der Blog-Eintrag des Facebook-Data-Team mit dem eher sperrigen Titel &#8220;Politico, Facebook Team Up to Measure GOP Candidate Buzz&#8221; lässt die weitreichenden Konsequenzen dieses Deals aber kaum erahnen. Denn Facebook gibt das erste (?) Mal einer fremden Firma &#8211; in diesem Fall dem auf Polit-News spezialisiertem US-Medium Politico &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/facebook-datamining-ohne-zustimmung-der-nutzer/politico_facebook/" rel="attachment wp-att-1633" class="liimagelink"><img class="alignnone size-full wp-image-1633" title="Politico_Facebook" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/01/Politico_Facebook.jpg" alt="" width="488" height="268" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"> Fast wäre die Meldung an mir vorbeigegangen. Der <a href="https://www.facebook.com/notes/us-politics-on-facebook/politico-facebook-team-up-to-measure-gop-candidate-buzz/10150461091205882" class="liexternal">Blog-Eintrag</a> des Facebook-Data-Team mit dem eher sperrigen Titel <em>&#8220;Politico, Facebook Team Up to Measure GOP Candidate Buzz&#8221;</em> lässt die weitreichenden Konsequenzen dieses Deals aber kaum erahnen. Denn Facebook gibt das erste (?) Mal einer fremden Firma &#8211; in diesem Fall dem auf Polit-News spezialisiertem US-Medium <a href="http://www.politico.com/" class="liexternal">Politico</a> &#8211; die Erlaubnis, seine Nutzerdaten zu analysieren. In anderen Worten: Facebook betreibt Datamining und gewährt Kunden tiefen Zugriff auf die Inhalte der Nutezr. Bisher hat Mark Zuckerbergs Firma offiziell nur seine eigenen Ingenieure Datamining machen lassen (z.B. beim <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=387623222130" class="liexternal">Gross National Happiness Index</a>), jetzt gehen die Daten auch außer Haus &#8211; in streng anonymisierter Form, wie betont wird. Geld soll dabei keines an Facebook geflossen sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Politico untersucht dabei die Stimmung unter den Nutzern in Bezug auf republikanische Kandidaten bei den US-Vorwahlen in South Carolina am 21. Jänner. Dazu werden sämtliche (ja, sämtliche) Statusmeldungen und Kommentare von US-Nutzern dahingehend ausgewertet, ob die Namen der Kandidaten in einem positiven oder negativen Zusammenhang erwähnt werden. Diese werden dann von Software analysiert, heraus kommen Grafiken und Statistiken wie jene oben, die Politico samt Analyse (z.B. <a href="http://dyn.politico.com/printstory.cfm?uuid=15EA6E31-0F45-8A46-2C45AF68C26C26C7" class="liexternal">diese hier</a>) veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Protest vorprogrammiert</strong><br />
Was bei Politberatern und Wahlkampf-Leitern (in den USA gibt es bereits <a href="http://thenextweb.com/facebook/2012/01/12/more-people-in-the-u-s-use-facebook-than-voted-in-the-last-u-s-presidential-election/" class="liexternal">mehr Facebook-Nutzer als Wähler</a>) wohl für Herzrasen sorgt, wird bei Datenschützern und auf Privatsphäre bedachten Nutzern für Proteste sorgen, und zwar aus drei Gründen:</p>
<p style="text-align: justify;">1. Facebook gibt Politico auch <strong>Zugriff auf als &#8220;privat&#8221; einzustufende Nutzer-Inhalte</strong> (z.B. nur &#8220;sichtbar für Freunde&#8221;)</p>
<p style="text-align: justify;">2. Facebook hat die Nutzer <strong>nicht um Erlaubnis gefragt, </strong>ob sie analysiert werden wollen <strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">3. Es gibt <strong>keine Möglichkeit zum Opt-out</strong>, also keine Chance, das Datamining für seine eigenen Daten abzudrehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum Facebook wieder einmal diesen Weg wählt, ist mir nach der langjährigen Kritik an den Praktiken der Firma schleierhaft. Man hätte die Nutzer etwa fragen können, ob sie mitmachen wollen, sie über die anstehende Auswertung informieren können oder ihnen zumindest die Möglichkeit zu Aussteigen aus der Analyse geben sollen &#8211; für ein Unternehmen der Kommunikations-Branche ist das sehr fragwürdig. Immerhin geht es hier nicht um Wurstsemmel-Postings, sondern um politische Ansichten von US-Wählern.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kritik an der Methode</strong><br />
Wie der US-Autor Micah Sifry, in einem Artikel seines Tech-Polit-Magazins <a href="http://techpresident.com/news/21618/politico-facebook-sentiment-analysis-bogus" class="liexternal">TechPresident.com</a> argumentiert, sei die von Facebook verwendete Methode &#8220;Sentiment Analysis&#8221; aber ein &#8220;Schwindel&#8221;. Denn einfach Wörter zu zählen und diese als positive oder negative Erwähnung einzustufen, wurde falsche Ergebnisse liefern. Würde etwa ein Facebook-Nutzer schreiben, <em>&#8220;I&#8217;m so happy that Newt Gingrich is staying in the race&#8221;</em>, könne die Analyse nicht feststellen, ob das ehrlich, sarkastisch oder sonstwie gemeint war.</p>
<p style="text-align: justify;">Für dieses Problem hätte ich aber einen Lösungsansatz. Wie ich kürzlich in dem Blog-Eintrag &#8220;<a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/like-fail-und-wtf-social-media-als-sprachwandler/" class="liinternal">Like, fail und wtf: Social Media als Sprachwandler</a>&#8221; beschrieben habe, verwenden Social-Media-Nutzer zunehmends Kürzel wie &#8220;fail&#8221; oder &#8220;ftw&#8221;, um eine Bewertung zu einem Sachverhalt abzugeben. Wer eine Methode entwickelt, diese Kürzel auszuwerten, könnte mit einem Schlag viel qualitativere Daten bekommen als mit einer reinen Wortzählung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Datamining in Österreich</strong><br />
Facebook wird aber nicht nur in den USA zu Datamining-Zwecken herangezogen. <a href="http://www.ogm.at/" class="liexternal">Die Österreichische Gesellschaft für Marketing</a> betreibt Datamining für meinen Arbeitgeber KURIER, wie ich in einem <a href="http://kurier.at/techno/4149930-kurier-watschenmann-analysiert-das-web.php" class="liexternal">Artikel</a> beschrieben habe. Die &#8220;<a href="http://www.ogm.at/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=78&amp;Itemid=92" target="_blank" class="liexternal">Web2Watch</a>&#8221; getaufte Software durchsucht Quellen wie Facebook, Twitter, Internet-Foren und Weblogs auf besonders häufig genannte Stichwörter. Der große Unterschied: Anders als in den USA werden dabei aber nur öffentliche Daten (sichtbar &#8220;für alle&#8221;) ausgelesen. Außerdem wird laut OGM eine Möglichkeit zum Optout gegeben. Verwendet wird zur Analyse das beliebte Tool <a href="http://www.radian6.com/" class="liexternal">Radian6</a>, dass dem Cloud-Spezialisten Salesforce gehört (ein Blogeintrag darüber <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/09/cloud-computing-die-schoene-neue-welt-der-wolke/" class="liinternal">hier</a>).</p>
<p style="text-align: justify;">Datamining ist jedenfalls ein lukratives Geschäft: OGM kann seine Dienste für bis zu 150.000 Euro pro Jahr der Wirtschaft und der Politik anbieten. Nicht auszudenken, wie viel Geld Facebook mit einem ungleich größeren Daten-Pool scheffeln könnte. Sollte der US-Firma aufgrund kommender neuer EU-Datenschutzbestimmungen (ein Blog-Eintrag von mir zum Thema <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/facebook-datenschutz-das-dicke-ende-kommt-noch/" class="liinternal">hier</a>) eine Einnahmequelle (personalisierte Werbung) wegbrechen, könnte man auf dieses neue Geschäftsfeld umsatteln. Politico ist damit wohl nur der erste Akt eines neuen Dramas.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1628&amp;md5=b599f457d71d098a2e11cabb368f3c2f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook-Datenschutz: Das dicke Ende kommt noch</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 18:44:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_1544" class="wp-caption alignnone" style="width: 498px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/facebook-datenschutz-das-dicke-ende-kommt-noch/facebook-files/" rel="attachment wp-att-1544" class="liimagelink"><img class="size-full wp-image-1544" title="Facebook Files" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2011/12/Facebook-Files.jpg" alt="" width="488" height="266" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Manchmal muss man sich Fehler eingestehen. So einer ist mir kurz vor Weihnachten passiert, als ich die Story zum <a href="www.europe-v-facebook.org/Facebook_Ireland_Audit_Report_Final.pdf" class="lipdf">Facebook-Bericht der irischen Datenschutzkommission</a> (PDF) mit dem dramatischen und patriotischen Satz &#8220;<a href="http://futurezone.at/netzpolitik/6505-wiener-studenten-zwingen-facebook-in-die-knie.php" class="liexternal">Wiener Studenten zwingen Facebook in die Knie</a>&#8221; titelte. Leider stimmte der Titel gleich in zweierlei Hinsicht nicht: Weder wurde Facebook in die Knie gezwungen, noch wäre die Wiener Studenteninitiative &#8220;<a href="http://europe-v-facebook.org/EN/en.html" class="liexternal">Europe vs. Facebook</a>&#8221; allein dafür verantwortlich gewesen (sie wird in dem 150-seitigen Bericht aber immerhin 13 Mal erwähnt). Die Initiative von Jusstudent Max Schrems, die <a href="http://europe-v-facebook.org/EN/Complaints/complaints.html" class="liexternal">21 Anzeigen</a> gegen Facebook bei der irischen Datenschutzkommission vorgebracht hat, hat sicherlich wesentlich zu der Untersuchung und ihrer Ergebnisse beigetragen. irische Datenschutzbeauftragte Billy Hawkes sagte aber, dass die Initiative nicht der alleinige Grund für die Untersuchung des irischen Firmensitzes gewesen wäre. Und wie auch Schrems´ Initiative selbst auf ihrer Webseite festgehalten hat, hätte man zwar einen ersten Erfolg erzielt, aber <em>&#8220;at the same time we think that this only brings Facebook in line with the law for maybe 10%. We are right now fighting for the other 90%.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die wichtigsten Änderungen<br />
</strong>Facebook hat sich (auf freiwilliger Basis, wohlgemerkt) dazu bereiterklärt, Änderungen in Abstimmung mit der irischen Datenschutzkommission bis Mitte 2012 für alle Nutzer außerhalb der USA und Kanada (ca. 625 Mio. Accounts betroffen) durchzuführen. Darunter etwa:</p>
<p>- Nutzer müssen der <strong><em>Gesichtserkennungs-Funktion</em></strong> auf Fotos erneut zustimmen.</p>
<p>- Aller Informationen über Nutzer und Nicht-Nutzer, die mit “<strong><em>Social Plugins</em></strong>” (z.B. Like Button) gesammelt werden, werden möglichst zeitnah gelöscht.</p>
<p>- Wenn man <strong><em>Facebook Ads</em></strong> anklickt, wird diese Information nur mehr zwei Jahre gespeichert, genrell darf personalisierte Werbung nur mehr eingeschränkt geschaltet werden.</p>
<p>- Nutzer können nicht mehr ohne ihre Zustimmung in eine <strong><em>Gruppe</em></strong> aufgenommen werden.</p>
<p>- Die Daten von Facebook-Freunden dürfen an <em><strong>Apps</strong></em> nur mehr eingeschränkt weitergegeben werden.</p>
<p>- uvm. (siehe auch in diesem <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/6505-wiener-studenten-zwingen-facebook-in-die-knie.php" class="liexternal">Futurezone-Artikel</a>) oder auf der <a href="http://europe-v-facebook.org/DE/de.html" class="liexternal">Europe-v-Facebook-Seite</a></p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt ist in dem Bericht aber sehr viel von &#8220;Empfehlungen&#8221; &#8220;Einschränkungen&#8221; und &#8220;In Betracht ziehen&#8221; zu lesen. Insgesamt ist Facebook mit einem blauen Auge davongekommen, wie Schrems auch in einem Interview mit der ZiB sagt: &#8220;Die Datenschutzbehörde hat gemacht, was das irische Recht hergibt. Das irische Recht ist sehr sehr liberal und absoluter Mindesstandard in Europa.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die EU ist erst am Zug</strong><br />
Das viel wichtigere Dokument in Sachen Datenschutz kommt aber nicht aus Dublin, sondern aus Brüssel. Denn aus der EU-Kommission ist der Vorschlag für die Überarbeitung des europäischen Datenschutzrechts (&#8220;<a href="http://statewatch.org/news/2011/dec/eu-com-draft-dp-reg-inter-service-consultation.pdf" class="lipdf">General Data Protection Regulation</a>&#8220;, PDF) geleakt &#8211; und sollte der so bleiben, wie er ist, muss sich Facebook auf harte Zeiten in Europa, seinem zweitwichtigsten Markt, gefasst machen. Denn der Vorschlag von EU-Kommissarin Viviane Reding sieht folgende Punkte vor, die übrigens auch Suchmaschinen wie Google und Online-Shops wie Amazon empfindlich treffen würden:</p>
<p style="text-align: justify;">- <em><strong>Opt-in statt Opt-out</strong></em>: Nutzer müssen ausdrücklich zustimmen, wenn ihre persönlichen Daten für personalisierte Werbung ausgewertet werden. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit dem nicht zustimmen wird, was Facebook in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen würde.</p>
<p>- Über <em><strong>Nutzer unter 18 Jahre</strong></em> soll kein Profiling mehr erlaubt sein, d.h. gerade diese große Nutzergruppe kann nicht mehr für personalisierte Werbung herangezogen werden.</p>
<p>- Es soll ein <em><strong>Recht auf Vergessen</strong></em> kommen, d.h. dass man einmal veröffentlichte Texte, Fotos, Videos nachhaltig löschen können muss &#8211; auch, wenn die Inhalte von anderen Nutzer weiterverteilt wurden (&#8220;share&#8221;, &#8220;Retweet&#8221;, etc.) Das ist eine große technische Herausforderung für Firmen wie Facebook und Twitter.</p>
<p>- Nutzer haben ein Recht auf <em><strong>Datenportabilität</strong></em>, d.h. sie sollen ihre persönlichen Daten ganz einfach von A nach B mitnehmen können (z.B. von Facebook zu Google+, Twitter, etc.). Das funktioniert heute noch nicht wirklich, weshalb ein Umsteigen auf neue Anbieter erschwert ist (ein neues Profil anlegen ist sehr mühsam, wenn man nur an Freundeslisten, Fotos, Privatsphäreeinstellungen etc. denkt).</p>
<p>- <em><strong>Datentransfers ins Ausland</strong></em> sollen nur mit Zustimmung der Datenschutzbehörde gemacht werden: Facebook muss deswegen künftig wohl sehr viel Geld in den Aufbau europäischer Datencenter investieren.</p>
<p>- Die EU-Pläne sehen auch <em><strong>strenge Strafen bei Verstößen</strong></em> vor: bis zu fünf Prozent ihrer jährlichen Umsätze. Das ist bei Milliardenunternehmen wie Facebook, Google oder Amazon sehr viel geld und erheblich mehr als die 100.000 Euro, die die irische Datenschutzkommission als Strafe verhängen kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lobbyisten gehen in Stellung</strong><br />
Die EU plant insgesamt also sehr tiefe Eingriffe in die Geschäftspraktiken von Internetfirmen wie Facebook. Das Dokument ist im Dezember ins Internet entkommen, und ich nehme stark an, dass nur wenige Tage später die Lobbyisten von Facebook, Google, Amazon und vielen anderen Firmen in Brüssel aktiv geworden sind. Für Facebook sind dort Richard Allan (Ex-Cisco) und Erika Mann (Ex-SPD) tätig. Somit ist möglich, dass die vorgeschlagene EU-Verordnung noch aufgeweicht wird, da sie ja auch einen wachsenden Wirtschaftszweig erheblich beeinflusst. Außerdem gibt es auch eine Zeitfrage: Bis die Verordnung durch ist und zur Umsetzung kommt, können schnell zwei Jahre vergehen &#8211; und was in dieser Zeit im Internet-Business alles passieren kann, weiß heute niemand.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1543&amp;md5=17682fd8b36e8265e4cf98163ce140dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was sich dieses Facebook immer so einfallen lässt&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 17:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steinschaden</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
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<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2012/01/was-sich-dieses-facebook-immer-so-einfallen-laesst/copypaste_bild/" rel="attachment wp-att-1569" class="liimagelink"><img class="size-full wp-image-1569" title="CopyPaste_Bild" src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/uploads/2012/01/CopyPaste_Bild.jpg" alt="" width="488" height="266" /></a></dt>
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</div>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte einmal die Gelegenheit, mich off records mit dem CEO eines großen deutschen Social-Web-Dienstes über Facebook zu unterhalten. Er als langjähriger Branchenkenner umriss die Strategie von Facebook in etwa so: Ein, zwei Mal im Jahr bringt das Online-Netzwerk starke neue Produkte/Funktionen, die das Kerngeschäft weiterbringen, und alle anderen Neueinführungen dienen dazu, die Konkurrenz nicht überholen zu lassen bzw. ein wenig von der Hauptstrategie abzulenken (&#8220;Nebelgranaten&#8221;).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nicht überholen lassen</strong><br />
Nach diesem Schema kann man auch die neuesten Funktionen von Facebook einordnen. Während <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/09/open-graph-facebook-automatisiert-die-nutzererfassung/" class="liinternal">Open Graph</a> und <a href="http://www.phaenomenfacebook.com/2011/09/timeline-im-test-die-chroniken-von-neu-facebook/" class="liinternal">Timeline</a> das Online-Netzwerk wirklich voranbringen und der Konkurrenz voraus sind, ließ man sich bei vielen anderen Funktionen von anderen Web-Diensten inspirieren. So etwa beim neuen <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=10150457932027131" class="liexternal">&#8220;Listen With&#8221;-Button</a>, mit dem man via Facebook mit Freunden gemeinsam Musik hören kann. Das Musik-Start-up <a href="http://turntable.fm" class="liexternal"><strong>Turntable.fm</strong></a>, 2011 im Silicon Valley schwer gehypt, hat so eine Funktion schon seit längerem und zeigte sich geschmeichelt, dass Facebook den Button kopiert hat (<a href="http://www.zdnet.com/blog/facebook/turntablefm-8216flattered-by-facebooks-listen-with-friends/7325" class="liexternal">ZDNet-Bericht</a>). Ein paar weitere Beispiele gefällig?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="https://plus.google.com" class="liexternal">Google+</a>:</strong> Das Ende Juni 2011 gestartete Online-Netzwerk von Google (selbst &#8220;inspired by Facebook&#8221;) wurde von der Fachpresse vor allem wegen seiner Circle-Funktion gelobt, mit der man Kontakte relativ simpel in Gruppen einteilen kann. Keine zweieinhalb Monate dauerte es, da legte Facebook <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=10150278932602131" class="liexternal">verbesserte Freundeslisten</a> (&#8220;Smart Lists&#8221;) nach, die ebenfalls auf eine einfache Einteilung von Kontakten abzielen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.twitter.com" class="liexternal">Twitter</a>:</strong> Der Kurznachrichten-Dienst, dessen Übernahme 2008 um kolportierte 500 Mio. Dollar gescheitert ist, hat es Facebook besonders angetan. Funktionen, die es zuerst bei Twitter gab, haben es auch in das Online-Netzwerk geschafft. Das Follow-Prinzip von Twitter gibt es <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=10150280039742131" class="liexternal">seit September 2011</a> auch für Facebook-Nutzer, ein dazu passender <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=10150280039742131" class="liexternal">Subscribe-Button</a> für Webseiten wurde im Dezember 2011 eingeführt. Auch der neue Ticker, den immer mehr Nutzer in der rechten Spalte eingeblendet bekommen, erinnert stark an den Twitter-Stream.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.groupon.com" class="liexternal">Groupon</a>: </strong>Auch der Schnäppchen-Dienst Groupon, der seit kurzem an der Börse ist, ist bei den Facebook-Entwicklern auf Wohlgefallen gestoßen. 2010 hat Groupon viel Aufmerksamkeit seitens Nutzer und Presse erhalten, im Jänner 2011 wurden die <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=446183422130" class="liexternal">Facebook Deals</a> vorgestellt (und wegen Mißerfolg wieder zurückgefahren).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://whatsapp.com" class="liexternal">WhatsApp</a>: </strong>Dass immer mehr Smartphone-Nutzer statt SMS Kurznachrichten über die App zweier Ex-Yahoo!-Mitarbeiter versenden, ist auch Facebook aufgefallen. WhatsApp wurde 2009gegründet, ist 2010/11 richtiggehend explodiert &#8211; und im August 2011 von Facebook mit einer Kopie, der <a href="https://www.facebook.com/mobile/messenger" class="liexternal">Messenger-App</a>, gewürdigt worden.<strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><strong><a href="http://www.foursquare.com" class="liexternal">Foursquare</a>:</strong> </strong>Der Lokalisierungs-Dienst aus New York wurde vor allem 2010 als eines der vielversprechendsten Start-ups gefeiert und konnte Millionen Nutzer begeistern &#8211; <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=418175202130" class="liexternal">Facebook Places</a> wurde im August 2010 als Antwort gestartet, im Dezember 2011 schließlich der Foursquare-Konkurrent Gowalla von Facebook übernommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.quora.com" class="liexternal">Quora</a>:</strong> Im Jänner 2010 startete der ehemalige Facebook-Mitarbeiter Adam D`Angelo den Web-Dienst fürs &#8220;Fragenstellen 2.0&#8243;, im Juli 2010 antwortete sein Ex-Arbeitsgeber mit dem (mäßig erfolgreichen) Produkt <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=411795942130" class="liexternal">Facebook Questions</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong></strong><strong></strong><strong><a href="http://www.friendfeed.com" class="liexternal">Friendfeed</a>: </strong>Die Idee zum heute äußerst populären Like-Button hatte auch nicht Facebook selbst. Der Social-News-Dienst Friendfeed hatte einen solchen schon im Programm, als Facebook im Februar 2009 seinen eigenen &#8220;Like&#8221; <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=53024537130" class="liexternal">einführte</a> (neben anderen Friendfeed sehr ähnlichen Funktionen). Weil der damalige Konkurrent offensichtlich für viele Ideen gut war, kaufte Facebook Friendfeed im August 2009 vorsichtshalber um 47,5 Mio. Dollar auf. Der ehemalige Friendfeed-CEO Bret Taylor ist heute Technikchef von Facebook.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.flickr.com" class="liexternal">Flickr</a>:</strong> Im September 2006 hat Facebook eine seiner bis heute zentralen Funktionen, den <a href="https://blog.facebook.com/blog.php?post=2207967130" class="liexternal">Newsfeed eingeführt</a>. Dieser holt Updates der Freunde auf einer Seite, chronologisch geordnet, zusammen und erspart den Nutzern, die Profile der Freunde extra ansurfen zu müssen. Die Idee war nicht neu: Die Foto-Seite Flickr hatte damals bereits eine ähnliche Funktion.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Who´s next?</strong><br />
Natürlich darf man jetzt nicht glauben, dass Facebook die einzige Webseite ist, die sich andernorts Inspiration für neue Features holt &#8211; auch Facebook selbst ist für andere Quelle der Inspiration (dazu bald mehr in einem neuen Blogpost). Fix scheint aber, dass das Online-Netzwerk auch in Zukunft Funktionen der Konkurrenz nachahmen wird. <a href="http://pinterest.com/" class="liexternal">Pinterest</a>, <a href="http://instagr.am/" class="liexternal">Instagram</a>, <a href="http://www.dropbox.com" class="liexternal">Dropbox</a>, <a href="http://www.tumblr.com" class="liexternal">Tumblr</a> oder <a href="http://www.evernote.com" class="liexternal">Evernote</a> erscheinen mir als die aussichtsreichsten Kandidaten.</p>
 <p><a href="http://www.phaenomenfacebook.com/?flattrss_redirect&amp;id=1567&amp;md5=418f1c86dac86e16efbd73fcb8e0fc89" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.phaenomenfacebook.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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